De Maizière fordert menschenunwürdige Willkommenslager

Wer die neuesten Meldungen in Sachen EU-Flüchtlingspolitik verfolgt hat, dem wird der Vorschlag des deutschen Innenministers Thomas de Maizière nicht entgangen sein.
Beim EU-Innenministerrat warb er für sogenannte „Auffanglager für Flüchtlinge“ in den EU-Grenzländern, womit er wohl hauptsächlich die nordafrikanischen Transitländer meint.

Der eindeutig nur vorgeschobene Grund: Damit das Leid der Flüchtlinge zu verringern.
Denn seit der Einstellung des italienischen „Mare Nostrum“-Programms sterben mehr Flüchtlinge denn je an den Außengrenzen der Europäischen Union. Das neue Programm „Triton“, ein Projekt der nicht gerade für ihren Einsatz für die Menschenrechte bekannten Grenzschutzagentur Frontex, soll seit November nun die Mauern der europäischen Festung sichern. Dass es sich hierbei weniger um eine Rettungsmission als um knallharten Grenzschutz handelt, wird spätestens klar, wenn man die finanziellen Mittel beider Missionen vergleicht. So stehen hier Kosten von 9 Mio. € für „Mare Nostrum“, die alleine der italienische Staat getragen hat, 3 Mio. € für „Triton“ gegenüber, welches jedoch von der gesamten EU finanziert wird. Zudem eine starke Verkleinerung des Aktionsradius der Patrouillenboote. (Alles auch nochmal nachzulesen hier: http://www.proasyl.de/…/europas_schande_triton_und_mare_nos… )

Aber um wieder zurück zum eigentlichen Ausgangspunkt und zu Herrn de Maizière’s Vorschlag zu kommen.
Kann man sich eine größere Demütigung der Asylsuchenden angesichts der gerade stattfindenden humanitären Katastrophe im Mittelmeer eigentlich noch vorstellen?
Thomas kann anscheinend.
Was hier passiert, geschieht nicht aus Nächstenliebe den Flüchtlingen gegenüber, sondern aus eiskalter Berechnung. Und dass der Vorschlag für das Vorhaben aus Deutschland kommt, überrascht anhand von steigenden Flüchtlingszahlen hierzulande nicht. So versucht die Bundesregierung, das für sie und anscheinend auch große Teile der Bevölkerung als Problem angesehene Thema Zuwanderung soweit von sich wegzuschieben wie es nur geht. Da lacht sich der deutsche Mob um Pegida&Co doch insgeheim ins Fäustchen.
Nicht, dass man sich hier durch ein gewisses „Dublin II“- Abkommen nicht sowieso schon jeglicher Verantwortung entledigt hätte. Nun sollen Asylsuchende also in Ländern wie Libyen, Ägypten und Marokko auf ihr „faires“ Urteil warten, um dann in einem Großteil der Fälle wieder in ihre Heimatländer zurückgeschickt zu werden. Wie sie da wohl hinkommen werden? Da hat die EU bestimmt auch einen logistischen Masterplan, wo sie sich doch bei den Ausgaben und Mühen beim aktuellen „Triton“-Programm schon so großzügig gibt.

Mensch fragt sich doch, ob das nicht ein großer Scherz ist.
Aber das ist es leider nicht. Es ist traurige Realität!
Die Europäische Union, allen voran Deutschland, die doch so gerne mit erhobenem Zeigefinger auf Menschenrechtsverletzungen anderer Länder hinweist, begräbt jegliche Moral, wenn es um die Sicherung des eigenen Wohlstandes geht.

Der folgende Kommentar (ab 5min40s https://www.youtube.com/watch?v=vpLlEKtOiIw#t=5m41s ) in den gestrigen Tagesthemen, fasst diesen Zynismus, wenn auch ein wenig verkürzt, ganz gut zusammen.

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Keine Zeit für Rassismus

 Image buy Khalid Albaih, an Arab and Muslim political cartoonist living and working in the Middle East

Image by Khalid Albaih, an Arab and Muslim political cartoonist living and working in the Middle East

Die wichtigsten Schritte zur Konstruktion eines Konflikts sind die Identifikation eines Feindes, die Abwertung der Gegengruppe im Gegensatz der Eigengruppe und das Erstellen verschiedener Bezugsrahmen für Handlungen. Die eigenen Handlungen werden im Zusammenhang gesehen und entschuldigt, die fremden Handlungen werden auf die Natur der Gegengruppe zurückgeführt. Der Anschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ ist genauso tragisch wie die Folgen desselben. Der erste Artikel ist eine kurze, lesenswerte Kritik an die Darstellung grauenhafter Gewalttaten in den USA, welche sich problemlos auch auf den europäischen Diskurs übertragen lässt.

Während Marine Le Pen, Galionsfigur des Front National, Ressentiments dazu ausnutzt die Todesstrafe wieder einführen zu wollen, werden in Frankreich zeitgleich ein Dönerladen und eine Moschee Ziele von Anschlägen. Die Polizei will hier keine voreiligen Schlussfolgerungen treffen, ob nicht vielleicht ein rechter Hintergrund dahinter stecken könnte.. Für Gewalt wird in der westlichen Welt zweierlei Maßstab genutzt. Menschenfeindliches Gedankengut und diskriminierende Anschuldigungen gegen Muslime verbreiten sich in Europa und in den USA im Lauffeuer.

Ich möchte hiermit die Frage aufwerfen: Warum muss ein Moslem nach jedem islamistisch-terroristischen Anschlag darauf hinweisen, dass er kein geistesgestörter Selbstmordattentäter ist? Nach keinem Anschlag auf eine Moschee, Anders Breiviks Massaker oder den Morden der NSU, nach keinem Amoklauf in einer Schule oder Folterskandal einer westlichen Armee muss ich bezeugen, nur ein „moderater Europäer“ zu sein.

http://mic.com/…/one-tweet-perfectly-sums-up-the-big-proble…

http://tempsreel.nouvelobs.com/…/plusieurs-mosquees-prises-…

http://www.tagesspiegel.de/…/nach-anschlag-au…/11201422.html

http://www.zeit.de/…/anschlag-paris-charlie-hebdo-satire-ma…

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Die Situation in der Ukraine

Natürlich ist es nicht einfach hinsichtlich der sich momentan überschlagenden Ereignisse in der Ukraine einen Überblick zu behalten. Dabei ist jede neue Stellungnahme zum Konflikt von großer Bedeutung und kann Einfluss auf die Situation haben.

Die Frankfurter Rundschau bietet einen Live-Ticker zum Thema. Eine der entscheidenden neuen Entwicklung des heutigen morgens ist der Entschluss des Krim-Parlaments in der nächsten Woche ein Referendum über eine Aufnahme in die Russische Föderation abzuhalten. Zur gleichen Zeit findet ein Treffen der Vertreter des UN-Sicherheitsrats zum Sondergipfel in Brüssel statt und Sigmar Gabriel trifft sich heute mit Wladimir Putin in Moskau. Und schließlich wurde ein Telefongespräch des estnischen Außenminister Urmas Paet mit der EU-Außenbeauftragten Catherin Ashton abgehört, das neue Zweifel daran aufkommen lassen, ob hinter den Morden an Demonstranten Scharfschützen der neuen Koalition und nicht Viktor Janukowitsch stecken.

Interessant ist es auch, sich ganz unterschiedliche Positionen zum Thema anzuschauen.
Das US-Magazin Foreign Policy berichtet über den „war of nerves“ mit Hilfe von Bildern eines provokanten und realitätsfernen Russlands.
Dem gegenüber steht ein Artikel auf Russia Today, der Fragen aufwirft, die der Westen beschlossen habe nicht zu beantworten. Der Autor bezeichnet es als westliche Gewohnheit seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion die Sorgen Russlands zu ignorieren.

Die beiden Artikel sprechen für sich und sind natürlich mit viel Abstand zu lesen. Deutlich wird in jedem Fall die „Kalter Krieg“-Rhetorik, die sich auch in sämtlichen deutschen Medien zum Thema derzeit wiederspiegelt.
In der Debatte stehen sich gänzlich verschiedene Auffassungen der Geschichte gegenüber. Ein Artikel auf Internationale Politik und Gesellschaft zum Thema analysiert die Ereignisse und auseinanderstrebenden Meinungen der 90er Jahre , die laut dem Autor noch heute eine Kooperation vom Westen mit Russland im Weg stehen und dazu führen, dass alte Fehler wiederholt werden.
Dieser Artikel, wenn man ihm auch nicht in allen Punkten zustimmen muss, bietet einen interessanten Einblick in historische Hintergründe, die nun wieder an Bedeutung gewinnen.

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TTIP – Bericht: Fragen und Antworten zu Verbraucherschutz, Transparenz und Demokratie vom 10.02.2014 in Berlin

10. Februar 2014, Haus der Eurpäischen Komission, Berlin

Podium:

Stefan Kapferer, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Ignacio Garcia Bercero, Chefunterhändler für TTIP und Direktor für Nordamerika und EU-Nachbarstaaten, Generaldirektion Handel, Europäische Kommission

Rupert Schlegelmilch, Direktor für Dienstleistungen und Investitionen, Geistiges Eigentum & öffentliches Auftragswesen, Generaldirektion Handel, Europäische Kommission

Moderation:

Jule Beate Reimer, Deutschlandfunk

Die Veranstaltung zum Transatlantischen Freihandelsabkommen (TTIP) fand im Pressesaal der Vertretung der Europäischen Kommission in Berlin statt. Der Saal war mit etwa 150 Menschen fast voll besetzt. Unter ihnen befanden sich Vertreter der großen Umwelt und Verbraucherschutzorganisationen (BUND, DNR, BÖLW, ABL …), der Politik (Piraten, B’90 Grüne, Freie Wähler) und aus dem Bereich Bildung, Kultur und Medien (Uni Potsdam, Uni Lüneburg, div. Zeitungen).

Der erste Teil der Veranstaltung befasste sich mit dem aktuellen Stand der Verhandlungen und dem Freihandelsabkommen im Generellen. So erklärte Herr Garcia Bercero beispielsweise, dass die Verhandlungen am Ende der Vorverhandlungen stehen und im März in die vierte Runde gehen werden. Er schnitt in seiner Einleitung die Vorteile für die Europäische Wirtschaft an (betonte dort besonders die Vorteile für die Automobilindustrie, und den Investitionsschutz), stieg kurz in das Thema Verbraucherschutz ein (Stichwort Chlorhühnchen) und endete in einer generellen Klage über das öffentliche Interesse am TTIP.

Anschließend begann die offene Fragerunde.

Ein wichtiges Thema war hier der Investitionsschutz. Dieser Investitionsschutz sieht vor, dass amerikanischen und europäischen Firmen das Recht eingeräumt wird, die andere Regierung zu verklagen, wenn gewisse Erwartungen bei Investitionen in das andere Land nicht eingehalten werden. Eine Vertreterin des Berliner Wassertischs äußerte die Sorge über Enteignungen staatlicher Güter und deren Folgen, wenn Konzerne vom Investitionsschutz Gebrauch machen. So würde zum Beispiel Deutschland für den Atomausstieg und die Abschaltung der beiden Atomkraftwerke von Vattenfall verklagt werden können. Zudem müssten unabhängige Schiedsgerichte eingerichtet werden, die auf internationaler Ebene agieren. Diese Gerichte sollen aus drei Parteien bestehen, einem Vertreter der Lobbyisten, einem Vertreter der Politik und einer unabhängigen Partei. Die Moderatorin warf ein, dass damit weder die Sorgen über die Privatisierung dieser juristischen Instanz noch dessen Kontrolle und Unvoreingenommenheit beseitigt würden. Außerdem würden entgegen den Behauptungen der Vertretung weit mehr wirtschaftliche Aspekte in politische Entscheidungsfindungen einfließen und diese sogar überholen. So würde sich Deutschland mit der Abschaltung eines AKWs wohl sehr viel schwerer tun, wenn es dann tatsächlich Entschädigungen von mehreren hundert Milliarden Euro leisten müsse. Auch das Klagerecht beim Mindestlohn wurde zwar angesprochen, aber in der Antwort elegant umgangen. Die Vertreter beteuerten jedoch, dass Gewinnerwartungen beim Investitionsschutz keine Rolle spielen sollen, was vom Saal mit Gelächter aufgenommen wurde.

Auch das Thema Verbraucherschutzstandards wurde oft angeschnitten. So äußerten mehrere Vertreter von Umweltschutzorganisationen ihre Sorge über die Vereinbarkeit der amerikanischen und europäischen Standards. Auf die Frage des BUND, was genau auf Deutschen Märkten erlaubt sein werde und ob auch amerikanische Produkte, die während der Herstellung nicht die europäischen Verbraucherschutzstandards erfüllen, auf unseren Markt kämen, antworteten die Vertreter, dass beide Seiten ihre eigenen Standards beibehielten. Das ist jedoch sehr unrealistisch, da die USA sonst alle Verbraucherschutzstandards der EU erfüllen müssten um die Produkte auf europäischen Märkten zu verkaufen. Angespielt hat diese Frage auf die in den Medien sehr viel diskutierten Chlorhühnchen, auf das amerikanische Hormonfleisch, Pestizide und auf Tierklone, die in den USA üblich sind und ebenfalls auf dem europäischen Markt ungekennzeichnet eingeführt werden könnten. Auch wenn immer wieder betont wurde, dass die europäischen Standards sich nicht ändern würden, wäre es schlicht unmöglich amerikanische Produkte zu importieren und kann deshalb nur eine Behauptung sein, was von einem Freien Wähler aus Berlin in einer Wortmeldung unterstrichen wurde. Auch das Thema Gentechnik wurde durch eine Frage des Bundes für Naturkost und Naturwaren (BNN) und durch Herrn Voß, einen Vertreter der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), angesprochen. So würde man die Grenze des unvermeidbaren Gentechnikanteils von 0,9 Prozent, deutlich überschreiten und den mittelständischen Bio-Höfen durch billige amerikanische Produkte ihre Wettbewerbsfähigkeit nehmen. Auch darauf äußerten sich die Vertreter, nur verhalten und verwiesen darauf, dass der Verhandlungsprozess noch nicht abgeschlossen sei. Eine der Hauptsorgen von Herrn Voß war vor allem, dass die europäischen Kleinbauern (ob Bio oder nicht) nicht mehr mit den billigen Massenimporten der USA konkurrieren könnten, da sie selbst die strengeren europäischen Verbraucherschutzstandards und nicht die amerikanischen einhalten müssten. Zuletzt äußerte sich noch der Staatsekretär für Verbraucherschutz zu diesem Thema mit den Worten: “…völlig unbegründet…“ und „ Keine Sorge“.

Starke Kritik an den geplanten Datenschutzbestimmungen, übte Bruno Kramm von der Piratenpartei. Er bezweifelte, dass sich die geplanten Gesetze zum Geistigen Eigentum und zum Urheberrecht, groß von dem gescheiterten ACTA unterscheiden werden. Außerdem erklärte er, dass ihm eine interne E-Mail zugespielt wurde, die nahe legt, dass die geplanten Gesetze mit ACTA fast identisch sind. Zudem berichtete er von der Gefahr und Torheit amerikanischer Überwachungstechniken im Zusammenhang mit der NSA.

Auf die generelle Frage, warum die Dokumente zu den Verhandlungen nicht öffentlich seien und wann die Bevölkerung über genaue Zahlen und Fakten informiert werden solle, kam nur die Antwort, dass beide Seiten die Dokumente zur gleichen Zeit bekämen. Dies war ein eher langweiliges Ausweichmanöver der TTIP-Repräsentanten. Die Moderatorin der Gesprächsrunde, Jule Beate Reimer, nutzte diese Möglichkeit zu einem scherzhaften Konter: „Ach, den Amerikanern brauch‘ man doch nichts zu verheimlichen, die wissen ja sowieso schon alles!“ Darauf folgte Applaus und lautes Gelächter auf der Publikumsseite und Augenrollen auf der Podiumsseite.

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Das ungenutzte Potential der Berliner Umweltkarte

Solidarische Mobilität: „Ticketteilen“, mit grünem Button den freien Platz auf seiner Umweltkarte deutlich machen

Dass man unter der Woche ab 20 Uhr und am Wochenende den ganzen Tag Jemanden auf seiner Umweltkarte mitfahren lassen darf, ist leider noch nicht bei jedem Berliner*in angekommen. Das will die Kampagne „Ticketteilen“ der Berliner Naturfreunde jetzt ändern. Mit grünen Buttons will Sie auf die Besitzer solcher Umweltkarten aufmerksam machen. Frei nach dem Motto „Sprich mich einfach an!“ sollen die Kartenlosen auf die Umweltkartenbesitzer zugehen und sich auf eine Fahrt einladen lassen.

ticketteilen.org

ticketteilen.org

JVA Plötzensee, bis zu 30% der Insassen sind Schwarzfahrer!

Auch wenn Kontrolleure gerne das Gegenteil behaupten, ist das vollkommen legal! Denn nirgendwo steht, dass man die Person die man mitfahren lässt, schon vor der Fahrt kennen muss. Das sollte man sich zu Herzen nehmen, denn alleine im Jahr 2013 wurden in Berlin 228.727 Schwarzfahrer erwischt. Ganze 1.667 von Ihnen bekamen eine Strafanzeige. Die Gründe dafür sind unterschiedlich und reichen von Geldmangel, über Obdachlosigkeit zu purem Versäumnis. Doch kriminalisiert diese Strafanzeige und somit auch die BVG, Bürger, die sicher nicht böswillig versäumt haben das Bußgeld zu überweisen. Die ständigen Strafanzeigen, das Gehalt der 120 Kontrolleure und die Verwaltung des erhöhten Beförderungsentgelt, kosten weit mehr als das Bußgeld einbringt und nicht nur deshalb scheint es absurd im Jahr 2014 weitere 20 Kontrolleure einzustellen. Denn die JVA Plötzensee beherbergt regelmäßig so viele Schwarzfahrer (In der Regel 14 Tage Arrest), dass sie bis zu 30% der Insassen ausmachen.

 Total legal! 

 „Ticketteilen“ setzt sich politisch vor allem mit dem Thema der Mobilität als Menschenrecht auseinander. Denn viele Bürger können sich die wuchernden Preise des ÖPNV lange nicht mehr leisten. So stehen Menschen die Alg II beziehen z.B. 19,20 für Beförderungsentgelt zur Verfügung. Das Ticket kostet allerdings 36 Euro, ein Fakt der ziemlich unverständlich ist. So setzen sich die Berliner Naturfreunde dafür ein, dass Mobilität in der Stadt mehr diskutiert wird und das einfache solidarische handeln für jeden möglich wird.

Falls auch Ihr eine Umweltkarte besitzt oder Jemanden kennt der Jemanden kennt, könnt Ihr euch an diesen Adressen kostenlos Infomaterial und Buttons abholen:

NaturFreunde Deutschlands

Warschauer Str. 59 a

10243 Berlin

 

Buchladen „Schwarze Risse“

Gneisenaustraße 2

10961 Berlin

 

Naturfreundejugend Berlin

Weichselstr. 13/14

12045 Berlin

 

NaturFreunde Berlin

Paretzer Str. 7

10713 Berlin

(ab März 2014)

 

Naturfreundejugend

Kinder- & Jugendhalle MV

(auf dem Abendteuerspielplatz)

Königshorster Straße 1-9

13439 Berlin

(von14:00 – 18:00 Uhr)

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Der Tod kommt aus Deutschland

„Der durch Kleinwaffen geforderte Blutzoll stellt den aller anderen Waffensysteme in den Schatten […]. Hinsichtlich des Blutbads das sie anrichten, können Kleinwaffen sehr wohl als Massenvernichtungsmittel beschrieben werden“ – Kofi Annan 2006

Relativ bekannt ist, dass die Bundesregierung sehr freizügig zu deutschen Waffenexporten steht. Besonders beunruhigend, da weltweit für die meisten Toten verantwortlich, ist der Export von Kleinwaffen (leichte Mörser, Maschinenpistolen, Maschinen- und Sturmgewehre, Panzerfäuste sowie Granatwerfer).
Amnesty International schätzt, dass täglich über 1000 Menschen durch eben diese sterben. Unicef schätzt sogar jährlich bis zu 500.000 Tote. Nach konservativen Schätzungen werden 60 bis 90 Prozent aller direkten Tötungen durch Kleinwaffen vollzogen.
Anzumerken ist allerdings, dass 4 von 5 Tötungen durch Kleinwaffen von der BPD als indirekt bezeichnet werden. Das heißt, sie tragen maßgeblich zur Entstehung und Verschärfung von bewaffneten Konflikten bei, bei denen zum Beispiel der Zugang zu medizinischer Versorgung erschwert wird, oder Mangel an Nahrungsmitteln, Wasser und Unterkunft hervorgerufen werden. Wenn man sehr kritisch sein würde, könnte man die bloße Existenz der meisten nichtstaatlichen Konflikte (und damit noch weitaus mehr Opfer) auf die hohe Verbreitung von Kleinwaffen zurückführen. Die Schätzungen sind also sehr ungenau: unbelegte Überlegungen zu Konfliktdynamiken fließen nicht mit ein.

Weltweit sind etwa 850.000.000 Kleinwaffen im Umlauf.  Der Anteil deutscher Rüstungsexporte dabei ist enorm. Obwohl der Verkauf von Rüstungsgütern von 2011 auf 2012 zurückgegangen ist, gab es einen Anstieg von Kleinwaffenexporten um mehr als das Doppelte. 59 Prozent der Ausfuhren gehen dabei an sogenannte Drittländer, also Staaten, die nicht zur EU oder NATO gehören beziehungsweise NATO-Staaten nicht gleichgestellt sind. Vier „Drittländer“ stehen derzeit in den Top Ten der größten Kleinwaffendichte. Jemen, Saudi-Arabien, Libanon und Irak. Illegal eingeführte Waffen sind dabei natürlich unberücksichtigt. Wer will denn schon wissen, wie viele Kleinwaffen es derzeit zum Beispiel in Mali gibt?

Wie deutsche Rüstungsfirmen und die Bundesregierung die Kontrolle über die Produktion großzügig weitergeben, und so entgegengesetzt zu ihren Aussagen handeln und wie deutsche Waffen immer wieder in Krisengebieten landen, ist in diesem gut recherchierten Artikel der Zeit zu lesen.

„Deutschland verfolgt eine restriktive Exportkontrollpolitik für Kleinwaffen.“, so die Bundesregierung. Selbst der Verkauf von Kleinwaffen ist von zahlreichen Skandalen bedeckt. Saudi-Arabien, Ägypten und Bahrain (dort wurde mit dem G3 und deutschen Panzern der arabische Frühling niedergeschlagen) gehören zu den größten Abnehmern von Kleinwaffen. Die Lizenzen allerdings werden wahllos weitergegeben. Sowohl in Saudi-Arabien als auch Pakistan und Iran besitzen Lizenzen von Heckler & Koch. An wen von da aus weitergeliefert wird, ist durch die „restriktive Exportkontrollpolitik“ wohl kaum beeinflussbar.

Deutsche Rüstungsexporte sind zwar strenger geregelt als in Frankreich oder Großbritannien. Jeder Export ist zu genehmigen. Drittlänger kommen eigentlich nur dann als Kunden in Betracht, wenn kein akuter Konflikt vorliegt und die Menschenrechte eingehalten werden. Die Regierung Merkel lässt aber immer größere Ausnahmen zu. Vor allem Saudiarabien wird als „Sicherheitsanker“ gegen den Iran aufgerüstet. Währenddessen werden  allerdings fröhlich Lizenzen zur Waffenproduktion in den Iran verkauft.

Soll da nochmal jemand sagen, Krieg stehe nicht im Zusammenhang mit ökonomischen Interessen.

rds

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EnBw im Visier der Steuerfahnder

bll„Umsatzsteuerbetrug im großen Stil“ – nicht nur der EnBw scheint ins Visier der Steuerfahnder und Interpol geraten zu sein. Jetzt ist es offiziell: Steuerbetrüger und organisiserte Kriminelle haben den europäischen Strommarkt infiltriert und ausgeräumt! Ein Grund mehr, von den Großen Konzernen, zu den kleinen Grünen Anbietern zu wechseln! Unter dem Titel: Die Strom-Mafia beleuchtet die Süddeutsche dieses Thema!
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Die Ukraine zwischen den Fronten

Seit nun etwa Zwei Wochen gehen tausende Menschen in der Ukraine auf die Straßen. Grund dafür ist, dass Präsident Janukowitsch die Unterschrift eines Assoziierungsabkommens mit der EU verweigert hat. Nach dem extra dafür angesetzten EU-Gipfel in Vilinus, entflammten überall in der Ukraine Massenproteste. Das Abkommen sollte die Ukraine näher an die Europäische Union rücken und dem Land den wirtschaftlichen Einstieg sichern. Die Demonstranten und Oppositionsführer kritisieren, dass die Regierung, unter russischem Druck, kleinbeigebe. Denn schon einmal schaffte es Putin durch wirtschaftliche Sanktionen das Land lahmzulegen – damals stoppte er die Einfuhr von ukrainischen Waren und die Lieferung von Gas. Seit 14 Tagen geht es nun drunter und drüber, denn Schlägereien im Parlament, Massendemonstrationen pro EU und eine prügelnde Polizei prägen das momentane Medienbild. Die Ukraine muss sich entscheiden zwischen den alten Rivalen Ost und West.

Tagesschau.de hat dazu ein Dossier erstellt!

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„Hat die Linke nicht am Ende Recht?“

Charles Moore, Chefredakteur des konservativen „Daily Telegraph“ und autorisierter Biograph Margareth Thatchers hat (und das ist im Moment kein Einzelfall) endlich etwas entdeckt:
Kredit- und Finanzkrise, der Rechtsbruch europäischer Regierungschefs, der Primat des ökonomischen Diskurses und schließlich die Krise der Eurozone – nicht mal ein Linker Propagandist hätte eine so gute Satire des bestehenden Systems erfinden können, so Moore.
Die Linken hätten verstanden, „wie die Mächtigen sich liberal-konservativer Sprache als Tarnumhang bedient haben, um sich ihre Vorteile zu sichern. [..] Hat die Linke nicht am Ende Recht?

Dass die Welt irgendwie immer weiter auf einen Eisberg zusegelt, weiß irgendwie jeder.  Manche versuchen sich auf die sicherste Position zu kämpfen, manche gehen nahezu mit 100 prozentiger Wahrscheinlichkeit baden. Aber dass alle irgendwie davon profitieren könnten, wenn man zusammen arbeitete, wird vielen erst kurz vor der Kollision klar. Ich sage: Besser spät als nie!

 

 

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Clouds over Cuba: Eine interaktive Dokumentation

Vor nun mehr als 50 Jahren führte die Kubakrise beinahe zu einer nuklearen Katastrophe im Kalten Krieg und die Welt stand kurz vor einem Atomkrieg.

2012 hat das John F. Kennedy Presidential Library and Museum eine interaktive Dokumentation entworfen, die die Ereignisse, Hintergründe und Folgen der Kubakrise nachzeichnet. Eine „What If“-Funktion zeigt außerdem, wie die Welt wohl aussähe, wenn es damals wirklich zur Eskalation gekommen wäre.
Spannend sind auch die zusätzlichen Kommentare, die an bestimmten Stellen der Chronologie Informationen zu weiteren Themenpunkten geben.
Zwischendurch gibt es zudem immer wieder kurze historische Originalaufnahmen. Diese Videos können in einem eigenen Dossier gesammelt und jederzeit aufgerufen werden. Außerdem gibt es historische Bilder und Dokumente, die, sobald man in der Dokumentation auf sie gestoßen ist, mit ins Dossier aufgenommen werden und angesehen werden können. Dies sind beispielsweise Briefe oder Zeitungscover.

Zurecht gewann das Projekt Clouds over Cuba 2012 einen Emmy bei den Annual News and Documentary Emmy Awards.
Auch wer keine Zeit hat sich die ganze Doku anzuschauen, sollte einen Blick hineinwerfen. Alle „gefundenen“ Dokumente werden gespeichert und man kann beim nächsten Besuch der Seite in der Zeitleiste auswählen, von wo man die Doku weitersehen möchte.

lmh

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